Arbeitskreis Krisenintervention e.V.  -                                                                         Fachdienst PSNV BRK Erding

Wir machen Krisenintervention im Rettungsdienst - menschlich - kompetent - stark

 

 

Ansprechpartner Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

 

Dr. Birgit Hecher, fachliche Leiterin 

Arbeitskreis Krisenintervention e. V. 

info@krisenintervention.bayern

Für Mitglieder der Presse und Hilfsorganisationen:
Leider können wir wegen massivem Missbrauch unserer Privatnummern diese hier nicht mehr veröffentlichen.
Trotzdem gibt es natürlich Situationen, in denen Sie uns vielleicht schnell erreichen möchten. 
Rufen Sie hierzu bitte in der Rettungsleitstelle Erding an (08122/19222) und bitten Sie um einen Rückruf vom KIT ! Vielen Dank für Ihr Verständnis !

 


Ausgewählte Artikel


28 jähriger Motorradfahrer stirbt


     

11.09.16 - Neufahrn - Eine junge Frau aus München hat am späten Freitagnachmittag einen Motorradfahrer beim Abbiegen übersehen. Der 28-Jährige überlebte den Unfall nicht. Die Pkw-Lenkerin gab an, der Motorradfahrer sei viel zu schnell unterwegs gewesen. Laut  Polizeipräsidium Oberbayern wird dies nun ein von der Staatsanwaltschaft eingesetzter Gutachter klären.

Der schreckliche Unfall ereignete sich am Freitagnachmittag gegen 16.30 Uhr. Eine 22-jährige Münchnerin fuhr mit ihrem A-Klasse-Mercedes auf der Echinger Straße ortseinwärts und wollte nach links in den Samweg abbiegen. Zur gleichen Zeit fuhr ein 28-Jähriger Motorradfahrer auf der Echinger Straße in entgegengesetzter Richtung.  Als die junge Frau abbog, leitete der 28-jährige Motorradfahrer aus Neufahrn noch eine Vollbremsung ein, stürzte dabei und prallte in die Beifahrerseite des Pkw. Er erlag noch an der Unfallstelle seinen dabei erlittenen schweren Verletzungen.
Er trug Helm und Handschuhe, sonst aber keine Schutzkleidung. Die Mercedes-Fahrerin gab an, dass der Krad-Fahrer zu schnell unterwegs gewesen sei. Dies muss jetzt der von der Staatsanwaltschaft eingeschaltete Gutachter klären. Der Schaden am Mercedes beträgt rund 5000 Euro, am Motorrad entstand Totalschaden in Höhe von rund 10.000 Euro.
An der Unfallstelle sammelten sich in kurzer Zeit rund 200 Schaulustige sowie Bekannte und Verwandte des verunglückten Motorradfahrers. Nur durch die massive Unterstützung weiterer Streifen sowie einer Gruppe der Bereitschaftspolizei konnte die Unfallaufnahme störungsfrei durchgeführt werden.

Die Neufahrner Ortsdurchfahrt war mehr als drei Stunden komplett gesperrt. Neben den Rettungskräften war das Kriseninterventionsteam (KIT) zur Betreuung der Unfallfahrerin und der Angehörigen sowie die Feuerwehr Neufahrn mit 40 Einsatzkräften zur Absperrung, Ausleuchtung und Fahrbahnreinigung eingesetzt. 

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So erlebte eine KIT Helferin den Trauerakt in München

Gast beim Trauerakt nach dem Münchner Amoklauf war KIT-Helferin Iris Menzinger (hinten, 3. v. l.) – hier mit (v. l.): Bundespräsident Joachim Gauck, SPD-Chef Sigmar Gabriel, Gaucks Lebensgefährtin Daniela Schadt, Kanzlerin Angela Merkel und Bundesratspräsident Stanislaw Tillich  

Seit neun Jahren ist Iris Menzinger im Kriseninterventionsteam Erding-Freising tätig. Bei unzähligen Todesnachrichten war sie dabei, viele Hinterbliebene hat sie in den ersten Stunden nach einem Schicksalsschlag betreut. Und doch war der 22. Juli auch für die 46-Jährige ein Tag, den sie nie vergessen wird – der Amoklauf im Olympia Einkaufszentrum in München. Am Samstag und Montag waren Menzinger und ihre KIT-Kollegen vor Ort, 43 Trauerbegleitungen nahmen sie vor. Am Samstag betreuten Menzinger und ihre ehrenamtlichen Kollegen Augenzeugen des Amoklaufs, am Montag kümmerten sie sich um Besucher der Kranzniederlegung.Als Vertreterin der Einsatzkräfte aus dem Landkreis wurde Menzinger am Sonntag zum Trauerakt in die Münchner Frauenkirche und danach in den Landtag eingeladen. Die Erdingerin berichtet von einer „sehr bedrückenden, beklemmenden, aber auch sehr ruhigen Stimmung“. Man habe gespürt, wie die Menschen zusammengerückt sind.Erding/München - Unter den hunderten Gästen des Traueraktes für die neun Getöteten des Amoklaufs von München war auch eine Einsatzkraft aus Erding: Iris Menzinger vom Kriseninterventionsteam. Die 46-Jährige Mutter zweier Söhne erlebte denkwürdige Momente.  

Sehr ergreifend sei das Miteinander der Religionen und das Enzünden der neun Kerzen für jeden Toten gewesen. Menzinger erlebte in sich gekehrte Spitzenpolitiker und Landtagspräsidentin Barbara Stamm, die um Fassung gerungen habe. Bundespräsident Joachim Gauck habe den Ton getroffen. „Mir hat gefallen, dass öffentlich getrauert wurde, dass aber auch das freundschaftlich offene Miteinander in München sowie die Arbeit der Retter gewürdigt wurde.“

Hans MoritzKooperation mit dem BRK Erding












v.l. Ehrenbeirat Christoph Kober, BRK Kreisgeschäftsführerin Gisela van der Heijden, KIT-Vorsitzende Iris Menzinger, Vorsitzender des Innenausschusses des Landtags Dr. Florian Herrmann, BRK-Vorsitzender Max Gotz

Erding/Freising – Nach einem schweren Unfall, beim plötzlichen Tod eines Nahestehenden oder bei Katastrophen ist nicht nur die ärztliche Kunst gefragt. Auch die Seele braucht Erste Hilfe.

Darum kümmert sich in der Region Erding-Freising seit fast 20 Jahren das Kriseninterventionsteam (KIT). Das ist nun mit dem Kreisverband Erding des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) einen Kooperationsvertrag eingegangen.

Der 1997 gegründete Arbeitskreis Krisenintervention war auf der Suche nach einem Partner – einem neuen Partner, nachdem man bis vor wenigen Jahren unter der Flagge der Malteser ausgerückt war. BRK-Vorsitzender Max Gotz, Kreisgeschäftsführerin Gisela van der Heijden sowie die KIT-Vorsitzenden Dr. Birgit Hecher und Iris Menzinger handelten den Vertrag aus, der nun feierlich besiegelt wurde – bei einem Treffen in Freising, an dem auch der Vorsitzende des Innenausschusses des Landtags, Florian Herrmann, teilnahm. Der CSU-Politiker bekannte sich als „großer Unterstützer“ des KIT, das mit dem BRK „einen starken Partner“ gefunden habe.

KIT-Ehrenbeirat Christoph Kober lobte die hohen Qualitätsstandards in der Ausbildung und sah es als äußerst wichtig an, „dass Menschen in Ausnahmesituationen geholfen wird“. Kober war bei vielen schweren Unfällen als Retter vor Ort.

Gotz freute sich über Veränderungen in der Gesellschaft: „Es gibt zunehmend Menschen, die im karitativen Bereich ehrenamtlich etwas tun möchten. Schön, dass das BRK Erding jetzt auch Krisenintervention anbieten kann.“ Von der Heijeden erklärte: „Ich sehe hier viele Synergieeffekte und freue mich sehr über die Kooperation.“ Ihre Rettungsdienstmitarbeiter seien froh, wenn sie das KIT nachfordern könnten.

Menzinger freut sich, „jetzt zu so einer großen Hilfsorganisation zu gehören“. Der Zusammenhalt im KIT, aber auch die Zusammenarbeit mit dem BRK werde „absolut gestärkt“. Sie freut sich über weitere ehrenamtliche Helfer, warnt aber auch: „Viele unterschätzen das, was auf sie zukommt. Man muss schon ein gestandener Mensch mit Lebenserfahrung und gefestigter Persönlichkeit sein, um hier helfen zu können.“  dap

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15 Jahre KIT mit Übung für die Einsatzkräfte


15 Jahre KIT: Die Notärzte für die Seele
Sehr emotional und realitätsnah wurden im Hofmiller-Gymnasium die Reaktionen nach einem Amoklauf nachgestellt. Die KIT-Helfer aus ganz Bayern wurden bis zur letzten Sekunde in den Szenarien gefordert. Foto: lehmann

Eigentlich fand das fünfte Symposium der Krisenintervention und der Psychosozialen Notfallversorgung im Hörsaalgebäude der TU Weihenstephan statt. Vorträge und Seminare en masse. Doch am Nachmittag war auch die Praxis gefragt: Was tut KIT nach dem Amoklauf an einer Schule in der Einsatzleitung? Wie reagiert man bei einer Pressekonferenz richtig? Wie kümmert man sich um Angehörige der Opfer und Menschen, die den Horror miterlebt haben?

Der reale Ort des Geschehens, an dem rund 40 KIT'ler übten, war das Josef-Hofmiller-Gymnasium. Für die Übung handelte es sich um das "Frisinga Gymnasium", das dort liegt, wo das Landratsamt steht. Zwei Schüler hatten dort, so die bei der Stabsübung mit Polizei (1. Polizeihauptkommissar Michael Ertl) und Einsatzleitung (Stefan Anneser) skizzierte Lage, um sich geschossen: Vier Tote (darunter ein Amokläufer) und acht Schwerverletzte sind zu beklagen. Wie schwer es ist, den Überblick über die Zahl und den Aufenthaltsort von Schülern und Lehrern, aber auch der Einsatzkräfte von Polizei, Sondereinsatzkommando, Rettungsdiensten und KIT-Helfern zu bewahren, das wurde bei der fiktiven Einsatzleiterübung deutlich.

(Erdinger Anzeiger 11.05.12, von Hans Moritz) 

Erding - Der plötzliche Tod eines Menschen versetzt dessen Angehörige in eine psychische Ausnahmesituation. Für die ersten Stunden nach einem solch radikalen Einschnitt ist das Kriseninterventionsteam Erding - Freising da. Jetzt feiert das KIT 15-jähriges Bestehen.

Rund um die Uhr erreichbar: die Ehrenamtlichen des Kriseninterventionsteams um ihren Einsatzleiter Klaus Hippe 
Die Rettungskette hat hierzulande schon seit Jahrzehnten dicke, fest miteinander verbundene Glieder. Ereignet sich etwa ein schwerer Unfall, sind Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehr rasch zur Stelle. Doch bis 1997 hatte diese Kette ein Loch. Denn um die seelischen Wunden, die schwerste Verletzungen oder gar der Tod eines Nachstehenden rissen, blieben unversorgt. Hinterbliebene, aber auch andere Unfallbeteiligte oder Zeugen waren auf sich alleine gestellt, mussten gerade in den ersten Stunden nach dem radikalen Einschnitt in ihr Leben selbst mit dem Erlebten fertig werden.

Nachdem München eine Vorreiterrolle eingenommen hatte, wurde vor 15 Jahren auch in den Landkreisen Erding und Freising ein Kriseninterventionsteam aufgebaut - unter dem Dach des Malteser Hilfsdienstes. Damals war auch noch der Landkreis Ebersberg mit ihm Boot. Der Startschuss fiel am 1. April 1997. Seither arbeitet das KIT eng mit der Notfallseelsorge zusammen, also mit Geistlichen, die sich ebenfalls um Menschen kümmern, die gerade eine nahestehende Person verloren haben oder Zeuge einer Katastrophe geworden sind.

24 Mitglieder umfasst das KIT Erding - Freising heute. Seit Jahren ist Klaus Hippe ihr Einsatzleiter.

Und der kann von vielen Einsätzen berichten, die auch in der Bevölkerung haften geblieben sind, etwa der bewaffnete Sturmlauf eines jungen Mannes auf die Wirtschaftsschule in Freising mit zwei Toten 2002, das Flugzeugunglück in Reisen 2004, der Mord an einer hochschwangeren Taufkirchenerin 2011, der Doppelmord von Notzing im April und zuletzt das überfahrene und tödlich verletzte fünfjährige Mädchen in Mintraching. Aber auch über die Landkreisgrenzen hinaus war das KIT aktiv. Hippe erinnert sich an den Einsatz nach dem Einsturz der Eishalle in Bad Reichenhall 2006. "In all diesen Fällen gab es Hinterbliebene und Zeugen, die plötzlich vor dem Nichts standen", berichtet Hippe.

 

Doch das Gros der Alarmierungen, die über die Integrierte Leitstelle Erding eingehen, spielen sich buchstäblich hinter verschlossenen Türen ab. "Wir sind immer dabei, wenn etwa die Polizei eines Todesnachricht überbringt oder ein Mensch in den eigenen Wänden verstirbt", schildert Hippe, der zugleich den Erdinger Maltesern vorsteht.

Dabei legt er großen Wert auf den Hinweis: "Wir sind keine Psychologen, die posttraumatische Belastungsstörungen therapieren." Vielmehr sei das KIT erster, kurzfristiger Ansprechpartner - sozusagen die Notärzte für die Seele. "Gerade in den ersten Stunden nach einem traumatischen Erlebnis ist Beistand wichtig." Die Reaktionen, das weiß Hippe aus langjähriger Erfahrung, fallen höchst unterschiedlich aus. "Die einen sind ganz still und in sich gekehrt. Andere fangen laut an zu schreien. Es gibt sogar Menschen, die sich aus Verzweiflung selbst oder andere verletzen wollen." Ein Einsatz dauere zwischen fünf Minuten und mehreren Stunden. "Danach organisieren wir weitergehende, langfristige Hilfen, etwa über die Caritas oder die Münchner Trauma-Ambulanz", erklärt der Einsatzleiter.Er koordiniert sämtliche Alarmierungen und steht auch für ein internes Gespräch nach einem Einsatz zur Verfügung. "Wir haben gelernt, das Erlebte nicht zu nah an uns heranzulassen. Das funktioniert auch ganz gut", versichert er. Er hat die Erfahrung gemacht: Je vergleichbarer die Lebenssituation, etwa Kinder im gleichen Alter, von Helfer und Hinterbliebenen sind, "desto schwieriger ist die Betreuung". Grundsätzlich stehe aber jeder KITler für jede Alarmierung zur Verfügung.

 

Wer zum KIT will, sollte 23 Jahre und älter sein. 160 Stunden dauert die praktische und theoretische Ausbildung. Ein Sanitätshelferkurs wird vorausgesetzt. "Schließlich können wir auch in die Lage versetzt werden, etwa bei einem Unfall selbst Erste Hilfe leisten zu müssen."

Das KIT Erding - Freising hat sich längst einen guten Ruf weit über die Region hinaus gemacht. Bereits zweimal hielten die Mitglieder ein internationales und hochkarätiges Symposium in Weihenstephan ab. 2013 soll laut Hippe das Dritte folgen.

Maßgeblich unterstützt wird das KIT vom Malteser Hilfsdienst, der Einsatzkleidung und Fahrzeuge zur Verfügung stellt. Denn die Krisenhelfer sind rein ehrenamtlich tätig. Einen Wunsch zum Geburtstag hat Hippe: "Es wäre schön und hilfreich, wenn unsere Tätigkeit als Kassenleistung anerkannt würde. Das würde unsere Arbeit enorm erleichtern." Er gibt zu bedenken: "Seelische Unterstützung unmittelbar nach einem Ereignis, kann teure Folgekosten sparen."

Sein 15-jähriges Bestehen feiert das KIT Erding - Freising am morgigen Samstag. Um 17 Uhr findet in der Pfarrkirche in Aufkirchen ein Gottesdienst statt, der von den Gospelsternen gestaltet wird. Der Eintritt ist frei, Spenden fürs KIT werden erbeten. Um 19 Uhr schließt sich im Bürgersaal in Eichenried eine - interne - Feier an.

(Hans Moritz)

 Feuer in Gärtnerei fordert ein Todesopfer (Münchner Merkur, 23.05.2011)


Freising - Bei einem Brand ist am Montag der Chef einer Freisinger Gärtnerei ums Leben gekommen. Der 59-Jährige konnte nur noch tot aus dem ausgebrannten Dachgeschoss des Betriebsgebäudes geborgen werden.

Dramatische Szenen spielten sich ab: Dichter Qualm verdunkelte den Himmel über Neustift, Kräfte der beiden Freisinger Wachen sowie aus Pulling und Attaching waren angerückt, ebenso wie die Helfer von BRK, Malteser, der Polizei Freising und der Kripo Erding. Weil sich die Hinweise verdichtet hatten, dass der Inhaber des Betriebs im Büro sein könnte, das im Dachgeschoß untergebracht war, rückte ein Trupp FFW-Männer unter schwerem Atemschutz in das brennende Gebäude vor: Sie konnten den Mann nur noch tot bergen. Wie die Polizeidirektion Oberbayern mitteilte, war das Feuer direkt im Büro ausgebrochen.
Aus dem nahegelegene Wohnhaus wurde eine ältere Frau von einem Polizisten (34) in Sicherheit gebracht. Dabei zog sich der Beamte eine leichte Rauchvergiftung zu. Das Kriseninterventionsteam betreute die Angehörigen des toten Betriebsinhabers.
Gegen 7 Uhr war das Feuer in der Asamstraße entdeckt worden. Obwohl nur „Feuerschein und Rauchentwicklung“ gemeldet worden waren, verdichteten sich nach weiteren bei der Integrierten Leitstelle Erding eingelaufenen Meldungen die Anzeichen dafür, „dass es sich um ein größeres Feuer handeln muss“, meldet Florian Wöhrl von der FFW Freising: „Die Alarmstufe wurde erhöht.“ Als die ersten Einsatzkräfte an der Gärtnerei ankamen, hatte der Dachstuhl des Flachbaus gerade in voller Ausdehnung durchgezündet.
Nach der Bergung des Toten drangen mehrere Trupps unter Atemschutz mit zwei C-Rohren in das Gebäude ein, um den Brand in den Griff zu bekommen. Von außen schirmten weitere Kräfte die unmittelbar angrenzenden Bauten ab und unterstützten – auch von der Drehleiter aus – den Löschangriff. Wegen der großen Zahl eingesetzter Atemschutzgeräteträger (insgesamt 24), forderte Stadtbrandinspektor Anton Frankl weitere Wehrmänner zur Unterstützung an, die von den Feuerwehren Pulling und Attaching gestellt wurden. Wöhrl: „Nach einer guten halben Stunde war das Feuer unter Kontrolle.“
Arbeitsintensiv gestalteten sich die Nachlöscharbeiten: Bis Mittag räumten die Feuerwehrmänner unter Atemschutz Brandgut aus dem völlig zerstörten Dachgeschoß. Mit mehreren Wärmebildkameras wurden Glutnester aufgespürt. Die Feuerwehr war mit zehn Fahrzeugen und insgesamt 53 Helfern bis in die Mittagsstunden im Einsatz.
Der Sachschaden beläuft sich nach ersten Schätzungen der Polizei auf rund 80 000 Euro. Das angrenzende Wohnhaus und die Gärtnerei wurden durch das Feuer nicht beschädigt. Die polizeilichen Ermittlungen zur Klärung der Brandursache übernehmen die Kripo Erding und ein Brandsachverständiger des Landeskriminalamtes. Zudem hat die Staatsanwaltschaft Landshut noch gestern eine Obduktion des Toten beantragt.
Wolfgang Schnetz

KIT probt den Ernstfall: Bub (12) stirbt bei Brand in Landschulheim (23.05.2011) 

Ein Jahr lang hatte das Team des Kriseninterventionsteams (KIT) Erding-Freising geplant und vorbereitet, damit das 4. KIT-Symposium in Freising über die Bühne gehen konnte. Rund 200 Teilnehmer aus ganz Deutschland waren gekommen, um sich bei Vorträgen und Referaten fortbilden zu lassen.
Ein Jahr lang hatte das Team des Kriseninterventionsteams (KIT) Erding-Freising geplant und vorbereitet, damit das 4. KIT-Symposium in Freising über die Bühne gehen konnte. Rund 200 Teilnehmer aus ganz Deutschland waren gekommen, um sich bei Vorträgen und Referaten fortbilden zu lassen.
  
Foto: Zum Glück nur eine Puppe: Notärztin Birgit Hecher konnte nur noch den Tod des zwölfjährigen Thomas feststellen.

Weil jedoch auch die beste Theorie die ehrenamtlichen Kräfte nicht ganz auf das vorbereiten kann, was einen an dramatischen Szenen bei einem Großschadensfall erwartet, gab es auch das „Seminar G“. Dabei handelt es sich um eine Echtzeitübung mit Feuerwehr, Rettungsdiensten, jeder Menge Statisten und sogar einem echten Leichenwagen der Firma Denk. Denn, so das Szenario, das am Samstag auf dem Gelände des ehemaligen Standortübungsplatzes bei Haindlfing nachgestellt wurde: Brand im Landschulheim, ein Koch mit schweren Verbrennungen, ein Kind, das sich bei seinem Rettungsversuch schwer verletzte, sowie der zwölf Jahre alte „Thomas“, für den jede Hilfe zu spät kam und der im Sarg abtransportiert wurde.
Die Sirenen heulen auf - los geht’s für die Einsatzkräfte. Das Ziel, wie es der Vorsitzende des KIT Erding-Freising, Klaus Hippe, verkündet: „Die Leute werden gestresst.“ Schon nach ein paar Minuten ist klar: Ziel erreicht. Hustend, keuchend und schreiend laufen Leute aus dem Gebäude, Notärzte reanimieren, Feuerwehrler mit schwerem Atemschutz sind überall zu sehen. Und vor allem: Die, die sich retten konnten, und die Kinder, die gerade von einem Ausflug zurückkommen, sind völlig panisch. Da sind die KIT-Kräfte gefragt: Immer wieder müssen sie die Leute davon abhalten, in das brennende Gebäude zurückzulaufen, um nach Freunden zu suchen. Es bricht Streit aus: Gegenseitig beschuldigen sich die Statisten, den Brand verursacht, nicht geholfen zu haben. Während die einen wütend schreien, sind die anderen völlig lethargisch, starren vor sich hin und wimmern.
Die Kräfte sind gefordert. Sie müssen die Menschen beruhigen, trösten, nehmen sie in den Arm. Vor allem: Man muss die Leute im „Gasthaus zum Goldenen Hirschen“ (einem großen Zelt) festhalten, sie mit gesicherten Informationen versorgen. Und das, so stellt sich bei der Vielzahl von Hilfskräften heraus, ist überhaupt nicht so einfach. Was ist mit Markus passiert? Und wo ist eigentlich der zwölfjährige Thomas?
Knifflig wird die Situation, als die Feuerwehr den toten Thomas aus dem „Landschulheim“ bergen kann - und die Notärztin feststellen muss: „Zu spät. Deckt ihn zu.“ Kinder, Betreuer und Angestellte des Landschulheims bemerken, wie der Leichenwagen der Firma Denk vorfährt. Und kurze Zeit später informiert KIT: „Thomas ist leider verstorben.“ Nächste Herausforderung: „Wir wollen Thomas noch einmal sehen.“ Auch darauf müssen die KIT-Kräfte vorbereitet sein: „Wenn das mit Anstand geht, kann ich es euch erlauben.“ Und es geht mit Anstand: In Zweiergruppen, begleitet von KIT-Mitarbeitern, nehmen die Kinder Abschied von ihrem Freund - das Ende der Übung, an die sich eine Manöverkritik anschloss. Denn immerhin gilt auch für das KIT: Aus Fehlern kann man lernen.

Weil jedoch auch die beste Theorie die ehrenamtlichen Kräfte nicht ganz auf das vorbereiten kann, was einen an dramatischen Szenen bei einem Großschadensfall erwartet, gab es auch das „Seminar G“. Dabei handelt es sich um eine Echtzeitübung mit Feuerwehr, Rettungsdiensten, jeder Menge Statisten und sogar einem echten Leichenwagen der Firma Denk. Denn, so das Szenario, das am Samstag auf dem Gelände des ehemaligen Standortübungsplatzes bei Haindlfing nachgestellt wurde: Brand im Landschulheim, ein Koch mit schweren Verbrennungen, ein Kind, das sich bei seinem Rettungsversuch schwer verletzte, sowie der zwölf Jahre alte „Thomas“, für den jede Hilfe zu spät kam und der im Sarg abtransportiert wurde.
Die Sirenen heulen auf - los geht’s für die Einsatzkräfte. Das Ziel, wie es der Vorsitzende des KIT Erding-Freising, Klaus Hippe, verkündet: „Die Leute werden gestresst.“ Schon nach ein paar Minuten ist klar: Ziel erreicht. Hustend, keuchend und schreiend laufen Leute aus dem Gebäude, Notärzte reanimieren, Feuerwehrler mit schwerem Atemschutz sind überall zu sehen. Und vor allem: Die, die sich retten konnten, und die Kinder, die gerade von einem Ausflug zurückkommen, sind völlig panisch. Da sind die KIT-Kräfte gefragt: Immer wieder müssen sie die Leute davon abhalten, in das brennende Gebäude zurückzulaufen, um nach Freunden zu suchen. Es bricht Streit aus: Gegenseitig beschuldigen sich die Statisten, den Brand verursacht, nicht geholfen zu haben. Während die einen wütend schreien, sind die anderen völlig lethargisch, starren vor sich hin und wimmern.
Die Kräfte sind gefordert. Sie müssen die Menschen beruhigen, trösten, nehmen sie in den Arm. Vor allem: Man muss die Leute im „Gasthaus zum Goldenen Hirschen“ (einem großen Zelt) festhalten, sie mit gesicherten Informationen versorgen. Und das, so stellt sich bei der Vielzahl von Hilfskräften heraus, ist überhaupt nicht so einfach. Was ist mit Markus passiert? Und wo ist eigentlich der zwölfjährige Thomas?
Knifflig wird die Situation, als die Feuerwehr den toten Thomas aus dem „Landschulheim“ bergen kann - und die Notärztin feststellen muss: „Zu spät. Deckt ihn zu.“ Kinder, Betreuer und Angestellte des Landschulheims bemerken, wie der Leichenwagen der Firma Denk vorfährt. Und kurze Zeit später informiert KIT: „Thomas ist leider verstorben.“ Nächste Herausforderung: „Wir wollen Thomas noch einmal sehen.“ Auch darauf müssen die KIT-Kräfte vorbereitet sein: „Wenn das mit Anstand geht, kann ich es euch erlauben.“ Und es geht mit Anstand: In Zweiergruppen, begleitet von KIT-Mitarbeitern, nehmen die Kinder Abschied von ihrem Freund - das Ende der Übung, an die sich eine Manöverkritik anschloss. Denn immerhin gilt auch für das KIT: Aus Fehlern kann man lernen.

Opel rast auf B388 in Familienauto - 5 Verletzte 

(15. Januar 2011, Münchner Merkur)

Moosinning - Fünf Verletzte, darunter zwei Kinder und ein 68-Jähriger in Lebengefahr - das ist die Bilanz eines schweren Unfalls am Samstag auf der B 388 zwischen Altenerding und Moosinning.

Einem Trümmerfeld glich die B 388 am Samstagvormittag nach dem schweren Unfall auf Höhe des Ortsteils Eching. 
Um punkt 10 Uhr hieß es Großalarm für die Feuerwehren Moosinning und Altenerding, die Kreisbrandinspektion Erding, den BRK-Rettungsdienst mit dem Einsatzleiter Rettungsdienst, den Malteser Hilfsdienst vom Flughafen und das Kriseninterventionsteam (KIT) der Malteser Erding-Freising.

Der 68 Jahre alte Fahrer eines Opels wollte ersten Erkenntnissen der Erdinger Polizei zufolge vom Ortsteil Eching (Gemeinde Moosinning) kommend nach links auf die B 388 in Richtung Erding abbiegen. Dabei übersah er einen BMW, in dem eine fünfköpfige Familie aus Erding in Richtung München unterwegs war. Beide Fahrzeuge prallten mit hoher Wucht frontal aufeinander. Die Wrackteile lagen weit verstreut. Dabei wurde der Verursacher im Wrack eingeklemmt. Er wurde von der Feuerwehr unter Einsatz schweren Bergegerätes befreit. Im Rettungswagen stellte sich heraus, dass bei dem Mann nicht zuletzt aufgrund einer internistischen Vorerkrankung Lebensgefahr bestand. Daraufhin wurde der ADAC-Rettungshubschrauber Christoph 32 vom Klinikum Ingolstadt angefordert.

Im BMW mussten vier Verletzte versorgt werden: die 33 Jahre alten Eltern und ihre sechs sowie neun Jahre alten Kinder. Ein gerade einmal sechs Monate altes Kleinkind hatte Glück: Es kam dank Babyschale unverletzt davon. Ein Polizeibeamter lobte die Familie: „Die waren alle vorschriftsmäßig gesichert, auch deswegen ist es hier eher glimpflich ausgegangen.“
Die Verletzten wurden ins Krankenhaus Erding sowie ins Klinikum München-Schwabing eingeliefert. Insgesamt waren drei Rettungswagen und drei Notärzte vor Ort. Die Feuerwehren waren mit gut 30 Einsatzkräften auf der B 388. Das KIT kümmerte sich um die Angehörigen des 68-Jährigen. Der Crash ereignete sich unweit des Hauses der Familie.
Aufgrund der Schwere des Unfalls und der lebensbedrohlichen Verletzungen des Verursachers ordnete die Staatsanwaltschaft Landshut ein unfallanalytisches Gutachten an. Die B 388 war deswegen bis in den frühen Nachmittag hinein total gesperrt. Die Polizei beziffert den Schaden am Opel mit mindestens 20 000 Euro, den am BMW mit rund 15 000 Euro.